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Was ist Alzheimer?

Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Demenzerkrankung in Deutschland. Rund 800.000 Menschen sind davon betroffen, neunzig Prozent von ihnen sind über 65 Jahre alt.

Die Ursachen für die fortschreitend-degenerative Erkrankung liegen weitgehend im Dunkeln. Kennzeichnend für die Krankheit sind Schäden im Gehirngewebe, hervorgerufen durch ein Ungleichgewicht von Produktion und Abbau des Proteins beta-Amyloid.

Die Alzheimer-Krankheit wurde benannt nach dem Neurologen und Psychiater Alois Alzheimer (1864 bis 1915). Er wirkte als Professor in Breslau und erforschte krankhafte Veränderungen im Gehirngewebe. 1901 behandelte er "Auguste D.", eine Patientin mit Symptomen einer Gedächtnisstörung. Nach ihrem Tod 1906 untersuchte er ihr Gehirn und entdeckte die für das Leiden typischen Verklumpungen des Eiweißes beta-Amyloid.

Bestimmte genetische Risikofaktoren führen dazu, dass verstärkt beta-Amyloid produziert wird, sich ablagert und mit anderen Stoffen zu Plaques verklumpt. Diese komplexen Knäuel führen als Fremdkörper im Gehirn zu erheblichen Irritationen. Ein weiteres Kennzeichen der Krankheit sind starke Defekte der Neurotransmitter im Gehirn, Substanzen wie etwa Acetylcholin, die Nervenimpulse weitertragen. Erblich bedingt ist Alzheimer nur bei etwa zehn Prozent aller Fälle.

Medikamentös ist die Alzheimer-Krankheit bislang nicht heilbar. Es gibt noch keine Medikamente, die die Plaques auflösen oder die vermehrte Produktion und Verklumpung von beta-Amyloid verhindern könnten.

Derzeit wird mit Eiweiß spaltenden Enzymen experimentiert. Bei einem anderen Versuchsmodell werden Mäuse mit einer Variante des beta-Amyloid "geimpft". So soll das Immunsystem gegen diesen Eiweißtypus aktiviert werden. Aktivierte Abwehrzellen haben bei diesen Mäusen tatsächlich die Plaques im Gehirn abgebaut. Auch an Molekülen, die sich an das Amyloid anlagern und so ein Verklumpen verhindern, wird geforscht.

Eine Linderung kann man heute durch Antirheumatika und Östrogen, das nervenzellschützend wirkt, erreichen. Außerdem gibt es Mittel, die die Acetylcholin-Konzentration im Gehirn erhöhen. Die Erfahrung zeigt, dass damit behandelte Patienten wesentlich wacher sind und sich mehr merken können.
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